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Geliebte Fälschung

Die neue Lust auf Rekonstruktionsarchitektur


Vortrag und Diskussion:
Dienstag, 15. April 2008 - 20.00 Uhr
„Kulturblase“ am Pavillon
Weißekreuzplatz
Hannover, 30161
Germany
52° 22' 55.8984" N, 9° 44' 43.3104" E

Walter Prigge, Stadtsoziologe (Stiftung Bauhaus Dessau)
Moderation: Stefan Lohr (NDR-Kulturredaktion)

Emotional geführte Diskussionen über die Rekonstruktion von nicht mehr existierenden Bauten haben in den letzten Jahren allerorts eine erneute Blüte erfahren, zuletzt nun auch in Hannover mit dem Herrenhäuser Schloss. 

Während oft historisch wertvolle Bauten unbemerkt dem Verfall preisgegeben sind, gibt es gleichzeitig in Deutschland kaum noch eine Stadt, die kein Projekt der historischen Wiederauferstehung auf der Agenda hat – vorzugsweise Schlösser in zentraler städtischer Lage.  Während von Fachleuten häufig negativ wertende Begriffe wie Kopie, Kulisse und Scheinarchitektur ins Feld geführt werden, sehen viele Menschen in der Wiederherstellung des Historischen etwas Positives und seelentröstende Identifikationspunkte inmitten der rauen globalisierten Moderne.  Was sind die Gründe der neuen Lust an der Rekonstruktion? Steckt die Enttäuschung vieler Bürger über die Zeugnisse der modernen Architektur und Stadtplanung dahinter? Lassen sich historische Stadtensembles im Rahmen der interkommunalen Konkurrenz besser vermarkten? In Hannover konkretisieren sich die Planungen für die Rekonstruktion des Schlosses in den barocken Herrenhäuser Gärten. Dabei geht es auch hier um zwei zentrale Fragen: ist ein Neubau am historischen Standort sinnvoll und wenn ja, in welcher Form?