Straße, Platz, Palast
Zur Architektur demokratischer Räume
Buchvorstellung und Diskussion:
13. Oktober 2026 – 19.00 Uhr
Kulturzentrum Pavillon
Lister Meile 4
30161 Hannover
- Jan Werner Müller
Menschen gehen auf die Straße. Die Öffentlichkeit wird als Marktplatz der Ideen beschrieben. Parlamente aus Glas verheißen politische Transparenz: Im Sprechen über Politik greifen wir häufig auf Metaphern aus und Bezüge zu Architektur und Städtebau zurück. Und tatsächlich preisen »Stararchitekten« ihre Entwürfe als Beiträge zum Gelingen der Demokratie an. Aber gibt es wirklich so etwas wie eine demokratische Architektur?
In seinem neuen Buch verknüpft Jan-Werner Müller auf brillante Weise die Geschichte von Städtebau und politischem Denken. Er reist in die Antike und betrachtet die Realität hinter oftmals idealisierten Orten wie der Agora oder dem Forum. Er untersucht kritisch das Symbol deutscher Demokratie, die viel gepriesene Reichstagskuppel in Berlin, er inspiziert Planstädte in der ägyptischen Wüste und Louis Kahns brutalistisches Parlamentsgebäude in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka. Am Ende dieser Tour d’Horizon stehen sieben Bausteine für das Denken über Demokratie und Architektur. Und die Einsicht, dass eine demokratische Architektur den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder die Möglichkeit geben muss, sich gegenseitig aus überraschenden Blickwinkeln wahrzunehmen.

Jan-Werner Müller studierte Politikwissenschaften an der FU Berlin, am University College London, am St Antony’s College der University of Oxford und an der Princeton University. Von 1996 bis 2003 war er Fellow am All Souls College in Oxford, von 2003 bis 2005 Fellow am European Studies Centre des St Antony’s College. Seit 2005 lehrt er in Princeton Politische Theorie und Ideengeschichte.
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