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Verein zur Erforschung und Diskussion des Verhältnisses von Stadt und Kultur

Filmarchitektur

Zwischen Kunst, Utopie, Satire, Vision, Studie - Am Beispiel von Minority-Report (USA 2002)

Film mit Gespräch:

Montag, 7. November 2005 – 19.30 Uhr

Kino am Raschplatz

Raschplatz 5

30161 Hannover

  • Michael Korb (Institut für Baugestaltung A, TU Braunschweig)

Am Anfang des Kinos war Architektur im Film expressionistische, dreidimensionale, bewegte Malerei oder in Lehm modellierte organische Architektur. Die plastische Filmkunst diente zur Überhöhung der wesentlichen Elemente in der Geschichte der Stummfilme. Die neue Sachlichkeit brachte dann den monumentalen Stummfilm hervor. Dem Wunsch nach mehr Realität wurde einerseits in der Architektur, andererseits in der politischen Aussage der Geschichte eine Entsprechung gegeben.

Things to come (1936) versuchte die Architektur einer Zukunft mit Vernunft und Technologie vorherzusagen. Mit Hilfe von Künstlern und Architekten wurde ein pragmatischer Futurismus als Gegenposition zum vom Faschismus propagierten Klassizismus entwickelt. Playtime (1967) warnte vor einer monotonen gesichtslosen Moderne als Zukunft der Stadt. Blade Runner (1982) erzählte visionär von Gentechnologie, zeigte multikulturelle Straßenbilder und Firmensitze als kapitalistische Kathedralen im Zentrum der Stadt.
Filme wirken oft wie Vorausahnungen der Architektur, die später unsere gebaute Umwelt wird.
Wie entwickeln Filmarchitekten und Produktionsdesigner ihre Ideen für Räume? Ist Filmarchitektur heute visionäre Interpretation oder simpler Konsum der erlebnisorientierten Wirklichkeit, die uns umgibt?

 

Veranstaltungsrahmen:
FORCED ENTERTAINMENT
Die Stadt als Bühne – die Bühne als Stadt